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"Das ist halt das Privileg der Jugend."

VALENTINA KOPP, 24

Als 18-Jährige zog Valentina Kopp vor fünf Jahren als eine der jüngsten Mandatarinnen Österreichs in den Rumer Gemeinderat ein. Wie sie dazu kam, was sie dabei erlebte, ob sie nächstes Frühjahr abermals kandidiert, erfährst du hier.

VALENTINAS

Dorfstories

„Mein Opa hatte in Rum ein Gasthaus, mein Papa hat das dann weitergeführt. Und nachdem im Gasthaus viel über Politik gesprochen und diskutiert, oft auch gestritten wird, hab´ ich das natürlich von klein auf mitbekommen. So bin ich dann halt langsam aber sicher in die Politik hineingewachsen“, erzählt Valentina heute lachend.
Gut, einige Umwege hat es bis dahin natürlich schon gegeben. Doch der Reihe nach. Als ungemein offene und außerordentlich kommunikative junge Frau engagierte sich Valentina Kopp schon früh in den verschiedensten Vereinen in Rum. Bei den Jungbauern etwa, beim Trachtenverein oder im Wintersportverein. Überall dort, wo es etwas zu tun gab, war sie dabei, redete mit, organisierte. Völlig klar, dass dies in einer doch recht überschaubaren Gemeinde wie Rum nicht unentdeckt blieb.

„Magst nicht bei uns mitmachen?“

„Vor der Gemeinderatswahl 2016 hat mich dann ein Mandatar angesprochen. Magst nicht bei uns mitmachen, hat er in etwa gesagt. Weil du bist ja in so vielen Vereinen aktiv und kennst so viele Leute. Eigentlich hab` ich nicht eine Sekunde überlegen müssen und gleich ja gesagt. Ohne im Detail zu wissen, was da alles auf mich zukommt,“ so Valentina im Rückblick.

Wobei, ganz fix war ihr Einzug in den Gemeinderat natürlich nicht. Als 18-jährige junge Frau kandidierte sie auf Platz fünf der Liste, ein ziemlich wackeliger Platz. „Wir Junge sind gelaufen wie die Blöden, haben uns den Mund fusselig geredet, zum Schluss hat es aber gereicht. Wobei der Wahlkampf schon was ganz Tolles ist. Man redet mit so vielen Leuten, es ist eine große Spannung da, man hört andere Meinungen, will überzeugen. Mir taugt das total.“

Als 18-Jährige zog Valentina damals, 2016, als eine der jüngsten Mandatarinnen Österreichs in den Rumer Gemeinderat ein – als eine von sechs Frauen bei insgesamt 19 Gemeinderäten. Klar war es anfangs schwer, vor allem inhaltlich. Bebauungspläne, Infrastruktur, Recht, Budget – alles neu und wenig Unterstützung von den eingesessenen Mandataren. „Da hätte ich mir schon mehr Hilfe gewünscht.“ Erst der Besuch eines Seminares, eines Workshops der GemNova, brachte dann eine ganze Menge an Wissen über Gemeindearbeit. „Da waren viele Gleichgesinnte beisammen, das hat uns allen sehr viel gebracht.“

„Ein Privileg der Jugend“

Als Frau, als 18-jährige junge Frau, war es für Valentina Kopp am Anfang natürlich nicht ganz leicht im Gemeinderat. „Ich bin von einigen Arrivierten einfach nicht ernst genommen worden. Ich wurde als Dummchen behandelt, man redete mich einfach nieder.“ Auch deshalb meldete sie sich in den Gemeinderatssitzungen nicht zu Wort, schwieg, traute sich nicht, ihre Meinung zu sagen. In weiterer Folge hat sich das dann freilich rasch geändert.

… UND SO GEHT`S WEITER:

Ob Valentina Kopp im Frühjahr 2022 abermals für den Rumer Gemeinderat kandidieren will? Natürlich will und wird sie. Wobei sie Jugendliche einlädt, es ihr gleich zu tun. „Man muss einfach den Mut haben, sich persönlich zu engagieren, laut und deutlich seine eigene Meinung zu vertreten. Viele junge Menschen kritisieren nur, dass alles schlecht ist. Das ist zu wenig. Wenn man etwas Anderes will, etwas besser machen mag, dann muss man es auch tun. In der Gemeindepolitik kann man genau das Schritt für Schritt umsetzen.“

„Erstens habe ich erkannt, dass auch viele Arrivierte im Detail wenig bis keine Ahnung von einem bestimmten Thema haben. Die stimmen dann so ab, wie der Parteiobmann es vorgibt. Ich hab´ mir dann halt meine eigene Meinung gebildet, in bestimmten Fällen auch gegen die eigene Liste gestimmt. Das ist das Privileg der Jugend, eine gewisse rebellische Art hineinzubringen, neue Ideen und neue Gedanken, einfach einen frischen Wind.“